Liebe allein reicht nicht. Aber sie ist ein Anfang.

Kinder und Jugendliche in Pflege-, Adoptiv- und Heimkontexten tragen oft Geschichten in sich, die niemand sehen konnte, als sie entstanden sind: zu viel Angst, zu wenig Halt, zu frühe Verantwortung, zu viele Abschiede. Was als herausforderndes Verhalten erscheint, kann eine sinnvolle Anpassung an frühere belastende Erfahrungen sein. Genau hier liegen die Herausforderung und zugleich die Chancen für Fachkräfte.

Das Seminar vermittelt Fachkräften Grundlagen zum Verständnis komplexer Traumatisierungen bei Pflege-, Adoptiv- und Heimkindern sowie praxisnahe Ansätze für eine traumasensible Beziehungsgestaltung.

Wie wirken sich frühe Traumatisierungen auf Pflege-, Adoptiv- und Heimkinder aus?

Frühe belastende Beziehungserfahrungen können die Entwicklung betroffener Pflege-, Adoptiv- und Heimkinder tiefgreifend beeinflussen, insbesondere ihre Emotionsregulation und ihre Fähigkeit, vertrauensvolle Beziehungen aufzubauen. Herausforderndes Verhalten, Rückzug, Aggressionen oder Lernschwierigkeiten können mit frühen belastenden Erfahrungen zusammenhängen und Ausdruck traumabezogener Belastungen sein.

Inhalte

  • Erkenntnisse aus Bindungsforschung, Entwicklungspsychologie, Neurobiologie und Psychotraumatologie
  • Frühe Traumatisierung und Bindungstrauma: Auswirkungen auf Entwicklung und Beziehungsgestaltung
  • Herausforderndes Verhalten als mögliche Überlebensstrategie verstehen
  • Beziehungsgestaltung, Loyalitätskonflikte und Bindungsabbrüche
  • Traumasensible Handlungsmöglichkeiten im pädagogischen Alltag mit traumatisierten Kindern und Jugendlichen
  • Auswirkungen früher Traumatisierungen auf heutige Beziehungen: Nähe, Distanz, Vertrauen und Zurückweisung

Ihr Nutzen

Die Teilnehmenden lernen, traumabezogene Verhaltensweisen besser einzuordnen, Beziehungsdynamiken zu verstehen und auch in herausfordernden Situationen Sicherheit und Orientierung zu vermitteln.

Zielgruppe

Fachkräfte aus Psychotherapie, Beratung, Pädagogik, Jugendhilfe, Sozialarbeit, Medizin, Pflege sowie alle Berufsgruppen, die mit diesen Kindern und Jugendlichen arbeiten. Für alle, die Kinder und Jugendliche in herausfordernden Lebenssituationen begleiten und unterstützen.

Methoden

Das Seminar verbindet theoretische Grundlagen mit praxisorientierten Übungen und strukturierter Kleingruppenarbeit. Fallbeispiele aus der psychotherapeutischen Praxis, Erfahrungsberichte und videobasierte Fallvignetten vertiefen das Verständnis und ermöglichen den Transfer in den Berufsalltag.

Kurs-Highlights

  • Verhalten verstehen statt bewerten
  • Trauma und Bindung gemeinsam betrachten
  • Vertrauen und Beziehung gezielt fördern
  • Praxisnahes Lernen anhand konkreter Beispiele
  • Mehr Handlungssicherheit im beruflichen Alltag
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Dozentin

Dr. soc. Monika Lehmann
Dipl.-Pädagogin; Dipl. Soz.-Pädagogin
Termin

Fr., 16.07. - Sa., 17.07.2026

 

Kurs-Details
alle wichtigen Informationen auf einen Blick
Seminarzeiten

1. Tag: 9 - 18 Uhr

2. Tag: 9 - 16 Uhr

Kosten

320,- Euro

Unterrichtseinheiten

18

Mindestteilnehmerzahl

10 Personen

Veranstaltungsort

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