Wenn nur die Angst nicht wäre...

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Was kommt nach der Erfindung des ICH?

Was können wir tun? Worauf dürfen wir hoffen?

Es handelt sich um einen Workshop im Anschluss an und aufbauend auf dem Vortrag „Das ICH – Unsere größte Erfindung?!“ im Rahmen der Tagung „Leben zwischen WIR und ICH – die zentrale Herausforderung an uns Menschen im beginnenden dritten Jahrtausend?!“ am 24.11.2018 in Stuttgart. Es sollen Strategien zur Auf-Lösung von „Wir-Hemmnissen“ vorgestellt, diskutiert und gemeinsam weiterentwickelt werden, um Umsetzungen zu konkretisieren.

Inhalte

Offensichtlich behindern die (Ur-)Ängste des ICH die freie Entwicklung nach außen hin offenerer, für die Erhaltung des sozialen, gesellschaftlichen und ökologischen Ganzen dringend notwendiger WIRs.

Nationalismus beispielsweise entsteht und wird durch Xenophobie, die Angst vor dem Fremden, aufrechterhalten. Novophobie, die Angst vor dem Neuen, verhindert offene Gespräche mit Menschen aus anderen Kulturen, die für frischen Wind in verkrusteten Denkstrukturen sorgen könnten, noch zusätzlich. Die Angst, selbst nicht (mehr) zur Gruppe (In-group) dazuzugehören, vielleicht nicht (mehr) gut genug zu sein, schafft rigide Gruppenstrukturen mit zu starren Außengrenzen. Und zu starren Meinungsgrenzen.

Sicherheit (dahinter steckt die Angst vor Ungewissheit) wird mit rigider Bewahrung der Außengrenze bis hin zu deren Zementierung verwechselt. Man denke an Mauern oder Stacheldrähte an Ländergrenzen oder hermetisch abgesicherte Wohngrundstücke, die Festungen ähneln.

Und die Angst, nicht genug vom großen Kuchen zu bekommen, obwohl ich doch im Überfluss lebe? Laut dem französischen Existenzialisten Marcel haben wir, obwohl uns materiell kaum etwas fehlt, eine diffuse Art von „Leiden am Nicht-Haben“ entwickelt.

Die Angst, nicht mehr zu sein und zu haben als der gefürchtete Durchschnitt?! Wo wir doch andauernd versuchen, Schnäppchen zu machen, irgendwie alles billiger zu kriegen als die anderen oder doch zumindest billiger davonzukommen! Es kann letztlich nicht klappen!

Die Angst vor der Einsamkeit, vor der existentiellen Leere und Getrenntheit schließlich. Wir versuchen ihr mit Konsum und Überfluss zu begegnen bzw. besser sie zu verdrängen. Wir erreichen das Gegenteil.

Lösungen für ein größeres, rettendes WIR liegen wohl somit wahrscheinlich im Lösungsdreieck von Angst, Mut und Vertrauen.

Im Gegensatz zum gleichnamigen Seminar der Reihe „Lösungsorientierte Kurzzeittherapie“ liegt der Fokus hier vor allem auf der „Behandlung“ wir-hinderlicher Ängste – sowohl auf der Ebene individueller als auch sozialer (Gruppen-)Interventionen.

 

Zielgruppe

Für alle psycho-sozial Tätigen und Interessierten, die mindestens einen der Vorträge „Das ICH – Unsere größte Erfindung?!“ oder „Hoffnung“ gehört und/ oder gelesen haben und etwas davon praktisch umsetzen möchten.

 

 

Methodisches Vorgehen

  • Theoretischer Input, Vortrag, Diskussion
  • Demo

Dozent

Fritjof Schneider
Fritjof SchneiderDipl.-Psychologe

Kosten

Euro 340,-

 

Termin

Fr., 13.09. – Sa., 14.09.2019

 

Seminarzeiten

jeweils 09:00-18:00 Uhr

 

Fortbildungspunkte

24 (beantragt)

 

Unterrichtseinheiten

20

 

Mindestteilnehmerzahl

10 Personen

 

Veranstaltungsort

fortbildung1.de