Durchschnittlich leben zwischen Wir und Ich - das stinkt mir!

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Schon in der Antike finden sich viele Überlegungen und philosophische Abhandlungen über das mittlere Maß. Mittelmaß setzt sich aus zwei Begriffen zusammen, die positive Assoziationen hervorrufen, beziehungsweise hervorgerufen haben. In der Mitte zu stehen oder seine eigene Mitte gefunden zu haben wird in vielen Kulturen als erstrebenswert angesehen. Auch politisch ist die Mitte immer noch eher als etwas Positives zu betrachten, wenngleich sich hier ein Verlust an positiven Assoziationen feststellen lässt.

Die Mitte hat emotional an positiver Kraft verloren. Mit dem Maß verhält es sich vergleichbar. Früher als ein wichtiges Bildungsideal und Erziehungsziel betrachtet, ist die Mitte aus der Mode gekommen, um nicht zu sagen in Verruf geraten. Maßhalten war jahrelang überhaupt nicht angesagt, muss allerdings schon aus ökologischen Gründen wieder gelernt werden. Um die eigene Mitte zu finden, oder sich ihr mehr zu nähern, braucht es eine Beschäftigung und Annahme der vielen Durchschnittlichkeiten, die man täglich begeht. Da Durchschnitt weniger negativ belastet ist und auch den Zufall miteinbezieht, erscheint mir Durchschnittlichkeit als das bessere Wort.

 

Zielgruppe

Durchschnittliche Menschen, Therapeuten, Beraterinnen, Coaches und Fach- und Führungspersonal aus Unternehmen.

Inhalte

  • Mein Gehirn und andere tierische Leistungen
  • Theorie der Durchschnittlichkeit
  • Mit weniger Empathie zu mehr Wir
  • Riechen als Kompetenz
  • Warum durchschnittliche Therapeuten gut sind
  • Gut leben in durchschnittlichen Beziehungen
  • Kein Recht auf Sterben erster Klasse

Riechen war vor hundert Jahren noch eine selbstverständliche und notwendige Fähigkeit in der ärztlichen Diagnostik. Am Geruch des Schweißes und des Urins erkannten Ärzte viele Krankheiten. Heute geht das Alles nur noch über chemische Hilfsmittel. Bei ablehnenden Reaktionen auf Fremde spielen Gerüche eine zentrale Rolle. Fremdenfeindlichkeit ist auch ein olfaktorischer Vorgang. Einige Menschen können Alzheimer, Angst, Einsamkeit und sexuelle Gewalt riechen. Im Seminar sollen diese Fähigkeit mit ihren Chancen und Risiken in der Begegnung mit anderen aktiviert und entwickelt werden.

 

Ziele

Umgang mit der eigenen Durchschnittlichkeit

Übungen zur Wertschätzung der eigenen Überdurchschnittlichkeit und der Akzeptanz der Mittelmäßigkeit anderer Menschen im privaten und beruflichen Kontext.

 

Entwicklung olfaktorischer Fähigkeiten zu folgenden Aspekten:

  • Körperliches Begehren und Berührung
  • Lust auf und Angst vor Sex
  • Lust, Ekel und Nahrung (einschließlich Alkohol)
  • Konzentration und Entspannung (bei manchen Gerüchen sind Achtsamkeitsübungen unmöglich)
  • Waldbaden als olfaktorisches Geschehen

 

Durchschnittlichkeitsmeditation

Ähnlich wie beim Bodyscan ist die 24-Stunden-Durchschnittlichkeitsmeditation eine Reise durch die letzten 24 Stunden mit einem bifokalen Vorgehen, das in den wichtigen Bereichen des Tagesablaufs das eigene Handeln zwischen Zufall und Vorsatz vergegenwärtigt.

 

Beziehungsbilanz

Die meisten Menschen möchten gerne eine außergewöhnliche Beziehung haben. Die Realität sieht allerdings meistens anders aus. Ausgehend von einer im Gespräch erarbeiteten Beziehungsbilanz mit einem Fokus auf die vielen alltäglichen Durchschnittlichkeiten, die man gemeinsam herstellt – und diese stellen den großen Batzen der Beziehung da – werden dann die Besonderheiten und Änderungswünsche besprochen. Ist eine Methode, die überdurchschnittlich oft zu interessanten Anregungen führt.

 

Bearbeitung und Begleitung der Ambivalenz eines Sterbewunsches

Schon bei Freud hatten Spekulationen zum Thanatos in Jenseits des Lustprinzips (1920) als Gegenspieler zu den Lebenstrieben Bedeutung erlangt. Im Zeitalter der medizinischen Fortschritte werden immer mehr Menschen gegen ihre Wünsche im Alter und bei Krankheiten am Leben erhalten. Manchmal wird sogar versucht Menschen, die an psychischen Krankheiten leiden, in diskriminierender Weise die Entscheidungskompetenz abzusprechen sterben wollen zu dürfen. Sterben ist auch eine altruistische Leistung zur Entlastung der Mitmenschen und der Gesellschaft. Möglichkeiten der Thematisierung mit Betroffenen und ihren Angehörigen werden als Ambivalenzarbeit vermittelt.

 

Umgang mit durchschnittlichen Therapeuten und Führungskräften

Da viele Therapeuten und Führungskräfte sich ihrer nur durchschnittlichen Leistung nicht bewusst sind, werden hierzu praktische Formen des Umgehens mit diesem Problem aus ratsuchender und professioneller Perspektive vermittelt.

 

Methodisches Vorgehen

  • Rollenspiele und Übungen
  • Anwendung von Tranceinduktionen im Selbstversuch zur Verbesserung der Durchschnittlichkeit
  • Aktive Beteiligung am Coaching anderer Gruppenteilnehmer

 

Hilfreich für das Seminar ist die Bereitschaft zum experimentellen Lernen.

Dozent

Prof. Prof. h.c. Dr. Michael Märtens
Prof. Prof. h.c. Dr. Michael MärtensDipl.-Psychologe

Kosten

Euro 340,-

 

Termin

Fr., 15.03. – Sa., 16.03.2019

 

Seminarzeiten

jeweils 09:00-18:00 Uhr

 

Fortbildungspunkte

24 (beantragt)

 

Unterrichtseinheiten

20

 

Mindestteilnehmerzahl

10 Personen

 

Veranstaltungsort

fortbildung1.de