Der Umgang mit aggressiven und gewaltriskanten Klienten im Helfer-Beruf

  • Akkreditierte Fortbildung

Wirksame Kommunikation und Deeskalation in herausfordernden Situationen

 

Die Konfrontation von Helfern mit verbaler oder körperlicher Gewalt im Beruf nimmt zu. Pflegekräfte und Ärzte in Notaufnahmen oder Psychiatrien, Sozialarbeiter und mittlerweile auch Lehrer berichten von Beschimpfungen, Bedrohungen oder Belästigungen durch ihre Klientel.

Die Folgen können weitreichend sein: von reaktiven Gefühlen der Angst oder Wut über das Ringen um die eigene Professionalität bis hin zu Burnout-Tendenzen, Ausstiegsphantasien oder manifesten psychischen Erkrankungen. Das Seminar soll Hilfestellung zur professionellen Bewährung angesichts von Aggressivität und Gewaltbereitschaft geben.

 

Zielgruppe

ÄrztInnen, Gesundheits- und Krankenpflegekräfte, LehrerInnen, SozialarbeiterInnen und BeraterInnen, Professionelle also, die als Dienstleister auf Menschen treffen, die sich manchmal als schwierig, widerständig, aggressiv oder sogar gewaltbereit entpuppen.

 

Inhalte

  • Was ist Aggressivität und Gewalt. Definition und das Konzept der Schmerzgrenze
  • Ist hier wer sicher? Und wer ist gefährdet? Über Risikofaktoren und Risikosituationen
  • Typen der Aggressivität und Ablauf einer aggressiven Eskalation (Phasenmodell)
  • Logik des Konfliktes: über Feindbilder, Entrapment und Gesichtswahrung
  • Logik des Ärgers: über das Wünschen und Brauchen, über Kontrolle und Akzeptanz
  • Logik der Impulsivität: über das Selbstwertgefühl auf Stelzen und den Umgang mit emotionalen Tsunamis; die Problematik des narzisstischen Klienten
  • Das besondere Problem der verbalen Entgleisung
  • „Der wahre Krieger braucht keinen Platz zum Stehen“ – Resilienzfaktoren kultivieren
  • Resilienzfaktor Achtsamkeit: Meditationstechniken, Selbstmitgefühl, Dankbarkeit und die Fähigkeit zu verzeihen
  • Kommunikationsstrategien

Methodik

Der Seminarleiter ist Arzt und Psychotherapeut und hat ein breites Erfahrungsrepertoire mit Menschen, die um Hilfe bitten und dabei gleichzeitig ein gewisses Maß an Aggressivität, Impulsivität, Ärger- und Eskalationsbereitschaft mitbringen. Wie geht man als therapeutischer, beratender oder pädagogischer Helfer mit solchen Menschen um? Wie bleibt man in „heißen“ Situationen wirksam? Wie bleibt man selbst gelassen und gesund?

 

Neben der Darstellung psychologischer und sozialer Grundlagen (Powerpoint-Präsentation) wird im Rahmen von fallbezogener Arbeit, über Erfahrungsaustausch und in Rollenspielen gearbeitet. Es gibt meditative und Selbsterfahrungsübungen zur Stärkung von Resilienz und emotionaler Kompetenz. Es werden keine körperlichen Verteidigungstechniken gezeigt.

 

Ziele

Verbesserung des subjektiven Sicherheitsgefühls im Beruf. Aufbau einer guten Selbst- und Fremdwahrnehmung im Umgang mit Konflikten. Aufbau gewaltpräventiven Verhaltens. Erarbeitung wirksamer Verhaltensstrategien im Umgang mit Aggressivität/Gewalt. Verbesserung der persönlichen Resilienz und der emotionalen bzw. sozialen Kompetenz.

 

Voraussetzungen

Menschen aus (sozialen) Dienstleistungsberufen, die keine Lust auf „Zoff“ im Beruf haben und immer schon Gelassenheit und professionelle Wirksamkeit wertschätzen.

Dozent

Jürgen Horn
Jürgen Horn

Kosten

340,- Euro

 

Termin

Fr., 18.10. - Sa., 19.10.2019

 

Seminarzeiten

1. Tag: 09:00 - 18:00 Uhr
2. Tag: 09:00 - 16:00 Uhr

 

Fortbildungspunkte

20 (beantragt)

 

Unterrichtseinheiten

16

 

Mindestteilnehmerzahl

12 Personen

 

Veranstaltungsort

fortbildung1.de