Systemische Paartherapie

  • akkreditierte Fortbildung, Aufbaukurs

Paartherapie als Anwendungsfeld systemischer und anderer Therapiekonzepte hat in den letzten Jahren eindeutig expandiert. Angesichts komplexer gesellschaftlich-sozialer Entwicklungen, die auf Paare einwirken, scheint ein Ende dieses Trends nicht in Sicht. Zugenommen hat sowohl die Nachfrage nach Paartherapie in der Bevölkerung als auch die Bereitschaft, hierfür auch finanziellen Aufwand in Kauf zu nehmen. Insofern bietet sich durch die Weiterbildung Systemische Paartherapie sowohl selbständigen/freiberuflichen BeraterInnen und TherapeutInnen als auch Angestellten im Bereich der psychosozialen Arbeit eine sinnvolle Möglichkeit zur Erweiterung ihres beruflichen Handlungsfeldes.

Zielgruppe

  • Es handelt sich um einen von drei Aufbaukursen zum Grundkurs "Systemische Beratung und Therapie". Somit ist der gleiche Personenkreis angesprochen.
  • Für approbierte PsychotherapeutInnen besteht die Möglichkeit, einen verkürzten Grundkurs bei uns zu absolvieren bzw. die entsprechenden Kenntnisse und Fähigkeiten anderweitig nachzuweisen.
  • Grundsätzlich ist die vorherige Absolvierung unseres oder eines vergleichbaren Grundkurses Voraussetzung zur Teilnahme.

Inhalt der Weiterbildung Systemische Paartherapie

Paartherapie erfordert spezifische Kenntnisse, Kompetenzen und Haltungen. Im Kurs werden schwerpunktmäßig systemische und lösungsorientierte Ansätze und Methoden vorgestellt und trainiert. Darüber hinaus stehen andere, insbesondere verhaltenstherapeutisch und tiefenpsychologisch fundierte Konzepte in Hinblick auf Möglichkeiten der sinnvollen, problemangemessenen Kombination mit systemischen Vorgehensweisen im Focus. "Liebe" und "Partnerschaft" werden durch die Dozentin und Dozenten im Kurs Systemische Paartherapie als korrespondierende und manchmal auch konkurrierende Prinzipien analysiert und diskutiert.

Ansatz

Verhaltensweisen, die Personen in einem Paarsystem zeigen, sind rekursiv, sind Kommunikation. Auf den Partner gerichtete Verhaltensweisen, Aussagen oder Aufforderungen wirken sich in oft nicht vorhersehbarer Weise auf den Urheber aus und erzeugen neue Reaktionen beim Partner, die wiederum eigene Auswirkungen zeigen. Zudem sind Bedeutungen die ein Partner den Aussagen/Handlungen des anderen zuschreibt, grundsätzlich ebenfalls weder vorhersehbar noch kontrollierbar.

„Sie haben sich etwas auseinander gemacht“ beschreibt den Prozess der Paarbildung umgangssprachlich treffend, öffnet aber andererseits auch den Blick für mögliche Konflikte. So hoch anfangs die Bereitschaft sein mag, sich dem anderen anzupassen, um ihn zu gewinnen und daran zu glauben, dass sie/er gut zu mir passt, mich ergänzt, so groß kann mittel- und langfristig auch die Enttäuschung sein (der Andere ist eben meist nicht genau das, was ich mir aus ihm gemacht habe).

Paare sind, systemisch formuliert, Co-Autoren ihrer gemeinsamen Realität. Zusammenleben bedeutet sowohl gemeinsame Wirklichkeitskonstruktion als auch Tolerierung von Unterschieden.

Systemische Paartherapie kann als De- und nachfolgende Re- oder Neu-Konstruktion von Beziehungswirklichkeiten verstanden werden und stellt besondere Anforderungen an BeraterInnen/TherapeutInnen in Bezug auf Neutralität, bestimmte Grundhaltungen, Reflexion des eigenen Beziehungshintergrundes, Kenntnisse über Kybernetik 2. Ordnung, Kontextvariablen etc.

Von grundlegender Bedeutung ist die Fähigkeit, sich auf Meta-Ebenen zu begeben und Paare dazu zu motivieren, dies manchmal auch zu tun.

 

Ziele

Die TeilnehmerInnen sollen befähigt werden, eigenständig Paartherapie durchzuführen. Sie sollen sowohl die grundsätzliche Indikation bzw. Kontraindikation hierzu abschätzen können, als auch verschiedene Methoden differentiell anwenden können.

Selbsterfahrungseinheiten dienen der Reflexion eigener Beziehungserfahrungen. Schließlich soll die Fähigkeit, mit teilweise festgefahrenen Konflikten umzugehen, gestärkt werden.

"Paartherapeuten sollten über die Fähigkeit verfügen, es sich zwischen zwei Stühlen bequem zu machen."

 

Umfang und zeitliche Struktur

Gesamtumfang: 220 Unterrichtseinheiten

  • Drei Theorieblöcke à 20 Stunden zur praxisnahen Wissensvermittlung.
  • In zwei geschlossenen Selbsterfahrungswochenenden à 20 Unterrichtseinheiten (davon je 15 UE Selbsterfahrung und je 5 UE Theorieanrechnung) werden eigene Erfahrungen sowohl in Frühphasen von Beziehungen als auch in deren Verlauf („im Spannungsfeld von Liebe und Partnerschaft“) aufgearbeitet.
  • Sechs Supervisionstage à 10 Unterrichtseinheiten sollen die TeilnehmerInnen bei der Anwendung des Gelernten unterstützen und das theoretische Wissen vertiefen helfen.
  • Darüber hinaus dienen regelmäßige Kleingruppentreffen (ca.10 x 6 Std.) der weiteren Wissensvertiefung und Fallarbeit.

Abschlussvoraussetzungen

  • Kontinuierliche Teilnahme an den einzelnen Kursbausteinen
    (i.d.R. Nachweis von mindestens 80% Anwesenheit).
  • Qualifizierte Dokumentation eines Beratungsprozesses.

DozentInnen

Michaela Klein-Schneider
Michaela Klein-SchneiderDipl.-Psychologin

Prof. Prof. h.c. Dr. Michael Märtens
Prof. Prof. h.c. Dr. Michael MärtensDipl.-Psychologe

Fritjof Schneider
Fritjof SchneiderDipl.-Psychologe

Kostenlose Infoveranstaltung

Fr., 29.09.2017 um 18:30 Uhr

Bitte melden Sie sich unter 
0711/6781-421 oder info@fortbildung1.de an.

Kosten

2.850,- Euro

Beginn

Fr., 26.01. - Sa., 27.01.2018

Den Terminplan für diesen Kurs können Sie im Downloadbereich abrufen.

Fortbildungspunkte

192

Seminarzeiten

Theorieseminare: 
09:00 - 18:30 Uhr 

Selbsterfahrungsseminare: 
Beginn am ersten Tag um 15:00 Uhr, Ende am dritten Tag um 13:00 Uhr 

Supervisionen: 
09:00 - 18:30 Uhr

Dauer

1 Jahr

Unterrichtseinheiten

220

Mindestteilnehmerzahl

10 Personen

Veranstaltungsort

fortbildung1.de bzw. Tagungshaus (Selbsterfahrungsseminare)