Systemische Familientherapie

  • akkreditierte Fortbildung, Aufbaukurs

Familientherapie war das erste und lange Zeit einzige Anwendungsgebiet systemischen Denkens und Handelns im beraterisch-therapeutischen Kontext.

Während andere Ansätze der Familienberatung individualtherapeutische Ideen auf die Anwendung bei Familien anpassen (müssen), greift systemische Familientherapie auf eine Fülle eigens für ihr genuines Anwendungsfeld entwickelte Konzepte und Methoden zurück. Obwohl es sich um vergleichsweise "junge" Entwicklungen handelt - wir sprechen von der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts - lassen sich bereits klassisch-systemische von "modernen" (meist komplexeren) Ansätzen unterscheiden.

Familientherapie ist zwar heute nicht mehr der einzige, aber doch nach wie vor ein wichtiger Einsatzbereich für systemisches Arbeiten im psychosozialen Kontext. Die Fähigkeit zur Planung und Gestaltung hilfreicher Familiengespräche sollte deshalb zum Repertoire eines/r jeden systemischen TherapeutIn oder BeraterIn gehören.

 

Zielgruppe

  • Es handelt sich um einen von drei Aufbaukursen zum Grundkurs "Systemische Therapie und Beratung". Somit ist der gleiche Personenkreis angesprochen.
  • Für approbierte PsychotherapeutInnen besteht die Möglichkeit, einen verkürzten Grundkurs bei uns zu absolvieren bzw. entsprechende Kenntnisse und Fähigkeiten anderweitig nachzuweisen.
  • Grundsätzlich ist die vorherige Absolvierung unseres oder eines vergleichbaren Grundkurses Voraussetzung zur Teilnahme.

Inhalt der Weiterbildung Systemische Familientherapie

Neben klassischen systemischen Denk- und Handlungsansätzen (MRI, Mailänder Schule) werden Weiterentwicklungen der obengenannten Modelle sowie andere neuere Entwicklung (z.B. narrativer Ansatz) vorgestellt und trainiert.

Weiter werden im Aufbaukurs Systemische Familientherapie Balancierung der Gesprächsanteile, Umgang mit Unterschieden in der Familie (z.B. bzgl. Reife, Meinungen, Bildung, Interessen, Kulturen, Geschlecht ...), Hypothesenbildung, Allparteilichkeit, zirkuläres Fragen systematisch eingeübt.

Ansatz

Familien können als besondere Gruppen betrachtet werden: sie sind von Heterogenität gekennzeichnet und bilden Subsysteme. Familienmitglieder haben spezifische Rollen, die einerseits über längere Zeit konstant und verlässlich bleiben müssen, andererseits gleichzeitig verschiedene Entwicklungsphasen durchlaufen. Familien entwickeln Regeln, die das Zusammenleben steuern. Funktionierende familiale Systeme entwickeln eine flexible Balance von Zusammenhalt (zentripetale Kräfte) und Auseinanderstreben (zentrifugale Kräfte) z.B. beim Erwachsenwerden einzelner Mitglieder.

Diese und andere Umstände erfordern spezifische "gruppen"-therapeutische Methoden, wie sie vor allem im systemischen Feld entwickelt wurden. Zirkuläre Fragen, Positive (bzw. Logische) Konnotation, Paradoxe Interventionen, Verstörung, Dekonstruktion und Rekonstruktion wahrgenommener Wirklichkeiten sind von zentraler Bedeutung, wenn therapeutische Wirkungen erzielt werden sollen. Im Kurs Systemische Familientherapie wird nicht ein spezifischer Ansatz, sondern die Kombination und Essenz moderner systemischer Familientherapie im Vordergrund stehen.

Ziele des Kurses

Die TeilnehmerInnen sollen in die Lage versetzt werden, systemische Familientherapie eigenständig anzuwenden, sinnvoll mit anderen Maßnahmen, die sie bereits in ihrem beruflichen Umfeld anwenden, zu kombinieren und Indikationen wie Kontraindikationen abzuschätzen.

Dazu gehören Planung von Familientherapien, individuell angepasste Gestaltung verschiedener Settings sowie verschiedene Gesprächskompetenzen, wie sie bereits im Text angesprochen wurden. Da es sich stets um Mehrpersonen-Kontexte handelt, gehört auch die Ausbildung der Fähigkeit zur souveränen Gruppenleitung zu den Zielen dieses Kurses.

Entsprechende Selbsterfahrung soll die TeilnehmerInnen in die Lage versetzen, den Einfluss der eigenen familiären und sozialen Herkunft auf die Entwicklung der beraterisch-therapeutischen Identität kennen und abschätzen zu lernen, so dass ein bewusster und reflektierter Umgang mit Eigenanteilen in der familientherapeutischen Arbeit möglich wird.

 

Umfang und zeitliche Struktur

Gesamtumfang 220 Unterrichtseinheiten

  • Drei Theorieblöcke à 20 Unterrichtseinheiten zur praxisnahen Wissensvermittlung.
  • Zwei geschlossene Selbsterfahrungswochenenden mit 20 Unterrichtseinheiten (davon 5 Einheiten Theorieanrechnung) zur weiteren (auf dem Grundkurs aufbauenden) Bearbeitung der familiären und sozialen Herkunft und deren Auswirkungen auf die heutige psychosoziale Arbeit bzw. entsprechender Wechselwirkungen (wie z.B. wirkt sich mein berufliches Tun auf meine private Lebenskonzeption und -führung aus?).
  • Sechs Supervisionstage à 10 Unterrichtseinheiten dienen der Reflexion und weiteren Planung der begleitenden praktischen Fallarbeit, die in Kleingruppen organisiert wird. Die Arbeit wird durch Audio- und Videodokumentation sowie durch Live-Supervision gefördert und unterstützt.
  • Zusätzliche Kleingruppentreffen ermöglichen gemeinsame Fallarbeit und gegenseitige Intervision (Aufwand ca. 10 x 6 Unterrichtseinheiten).

Abschlussvoraussetzungen

  • Kontinuierliche Teilnahme an den einzelnen Kursbausteinen
    (i.d.R. Nachweis von mindestens 80% Anwesenheit).
  • Qualifizierte Dokumentation eines Beratungsprozesses.

DozentInnen

Michaela Klein-Schneider
Michaela Klein-SchneiderDipl.-Psychologin

Prof. Prof. h.c. Dr. Michael Märtens
Prof. Prof. h.c. Dr. Michael MärtensDipl.-Psychologe

Fritjof Schneider
Fritjof SchneiderDipl.-Psychologe

Kostenlose Infoveranstaltung

Fr., 29.09.2017 um 18:30 Uhr

Bitte melden Sie sich unter 
0711/6781-421 oder info@fortbildung1.de an.

Kosten

2.850,- Euro

Beginn

Fr., 19.01. - Sa., 20.01.2018

Den Terminplan für diesen Kurs können Sie im Downloadbereich abrufen.

Fortbildungspunkte

192

Seminarzeiten

Theorieseminare: 
09:00 - 18:30 Uhr 

Selbsterfahrungsseminare: 
Beginn am ersten Tag um 15:00 Uhr, Ende am dritten Tag um 13:00 Uhr 

Supervisionen: 
09:00 - 18:30 Uhr

Dauer

1 Jahr

Unterrichtseinheiten

220

Mindestteilnehmerzahl

10 Personen

Versanstaltungsort

fortbildung1.de bzw. Tagungshaus (Selbsterfahrungsseminare)