Therapie und BeratungKunsttherapie

Die Kunsttherapie als „nonverbale Methode“ ist noch eine verhältnisweise relativ junge Methode in der Psychotherapie, jedoch in den letzten Jahren in Psychosomatischen Kliniken ein fester Bestandteil im Therapieangebot geworden, hat aber auch in Praxen in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen.

Die Kunsttherapie unterscheidet sich von anderen Therapieformen dadurch, dass zu der Beziehung Patient – Therapeut ein Drittes hinzutritt: das künstlerische Medium. Daraus ergibt sich zwischen den Beziehungspunkten Klient – Therapeut – Medium (Werk) ein Beziehungsdreieck, das in der kunsttherapeutischen Literatur als kunsttherapeutische Triade bezeichnet wird. Damit spielen für die kunsttherapeutische Praxis drei Ebenen und ihre Beziehung zueinander eine Rolle: das künstlerische Gestalten am Werk, die Beziehung zwischen Therapeut und Patient sowie die Betrachtung des Werkes und seine Wirkung.

Durch das Malen bekommt der Patient Zugang zu seinem Inneren, „seinem Unbewussten“ und kann so seine Gefühle, Empfindungen und Gedanken im Gestaltungsprozess in Farben und Formen mit Ölmalkreiden oder Temperafarben auf einem Blatt Papier ausdrücken.

Beim schöpferischen Tun kommt der Patient/Klient in einem tiefen Kontakt zu sich selbst, seinem psychischen Erleben und somit können psychodynamische Prozesse in Gang gesetzt werden.

Als wissenschaftlich anerkannte Therapiemethode wird Kunsttherapie in klinischen, pädagogischen, heilpädagogischen oder soziokulturellen Bereichen ausgeübt, z. B. in Krankenhäusern, Schulen, Einrichtungen der Behindertenhilfe, Museen, Gefängnissen, Altersheimen, in der Beratung, im Teamcoaching, in der Supervision, in der Erwachsenenbildung und in freier beratender und therapeutischer Praxis.

 

Weiterbildung Kunsttherapie

Die berufsbegleitende Weiterbildung in der nonverbalen Therapiemethode Kunsttherapie ist sehr vielfältig und abwechslungsreich und gliedert sich in drei Weiterbildungsblöcken wie die Grundausbildung, die Biografiearbeit und die Kunsttherapie mit Psychopathologie und klinischer Psychologie, die aufeinander aufbauen. In Theorie, Selbsterfahrungen im Gestalten von Bildern in bestimmten Themenbereichen, zahlreichen Settings und Supervisionen wird eine neue berufliche und persönliche Kompetenz ermöglicht und somit eine zusätzliche Perspektive im eigenen Beruf geschaffen.

 

Zielgruppe

Die Kunsttherapie wendet sich an Interessenten in künstlerischen, therapeutischen und sozialen Berufen, die eine Erweiterung in ihrer beruflichen und persönlichen Kompetenz wünschen. Gut geeignet ist daher die Weiterbildung für Sozialpädagogen, alle im Sozialbereich Tätigen, Psychologen, Heilpädagogen, Heilpraktiker, Ergotherapeuten, Pädagogen im Erwachsenenbereich und kann in dem jeweiligen Berufsfeld als weiterer Arbeitsschwerpunkt integriert werden.

 

Methodik

  • Vermittlung von theoretischem Wissen in unterschiedlichen Themenbereichen
  • Selbsterfahrung im Gestalten von gegenständlich/abstrakten und objektfreien Bildern nach vorgegebenen Themen
  • Demonstration von Methoden/Techniken in einem Setting mit einem Teilnehmer auf der Grundlage von Gesprächspsychotherapie nach Carl Rogers
  • Übung der Teilnehmer mit eigenen Bildern in Settings
  • Vermittlung des Einsatzes der Methode
  • Gruppensupervisionen ab dem 8. Wochenende

 

Voraussetzungen

  • Interesse, künstlerische und psychologische Selbsterfahrungen zu sammeln
  • Stabile Gesundheit und psychische Eigenverantwortung
  • Bereitschaft, Protokolle zu führen und für die Gruppe anzufertigen
  • Mindestalter 21 Jahre

 

Unterrichtseinheiten

192 UE + 20 Gruppensupervisionsstunden

 

Abschluss

Kunsttherapeutischer Berater/in

Kunsttherapie - Weiterbildung und Fortbildung

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