Konflikte am Arbeitsplatz, sowohl zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitern, als auch unter Kollegen, führen häufig zu starken psychischen Belastungen der Betroffenen. Schwere Erkrankungen, häufige Fehlzeiten und Kündigungen sind mögliche Konsequenzen, die in Folge der belastenden Situationen auftreten können. Hierdurch entstehen betriebs- und volkswirtschaftliche Kosten in Milliardenhöhe. Demzufolge sorgt das ursprünglich aus der skandinavischen Forschungslandschaft stammende Phänomen Mobbing auch in Deutschland seit einigen Jahren für zahlreiche Diskussionen.
Inhalte:
In diesem Seminar werden die theoretischen Hintergründe des Phänomens Mobbing erarbeitet um so eine Abgrenzung zu anderen konflikthaften Situationen am Arbeitsplatz zu ermöglichen. Die spezifischen Merkmale auf Seiten der Organisation, der Täter und der Betroffenen, welche Einfluss auf die Entstehung eines Mobbingprozesses nehmen, werden erläutert und zueinander in Beziehung gesetzt. So kann zum einen präventiv an der bestehenden Situation am Arbeitsplatz gearbeitet werden, um die Wahrscheinlichkeit von Mobbing zu reduzieren, zugleich wird ein Verständnis für die systemischen Bedingungen geschaffen, welche geeignet sind, Mobbing hervorzurufen. Durch das Verstehen der Mechanismen ist es möglich, ein Modell für die Betroffenen zu entwickeln, welches eine Entlastung bewirkt, da die Schuld nicht mehr nur beim Betroffenen liegt, sondern zugleich in Tätern und Organisationsstrukturen aufgezeigt werden kann. Darüber hinaus wird ermöglicht, an potentiell vorhandenen Eigenanteilen bei den Betroffenen zu arbeiten und sie durch die vorgehergehende Entlastung aus der Opferrolle zu lösen. Der zweite Tag des Seminars dient vorwiegend der Einübung von Gesprächs- und Beratungstechniken, die eine wirkungsvolle Auseinandersetzung mit Betroffenen ermöglichen. Die Teilnehmer erlernen, Organigramme anzufertigen sowie spezielle Fragetechniken mittels derer es ermöglicht wird, die systemischen Zusammenhänge des Geschehens zu verstehen und zugleich eine Loslösung aus der Opferrolle zu erreichen. Gegen Ende des Seminars werden juristische Aspekte erörtert und Selbsthilfemöglichkeiten aufgezeigt.
Zielgruppe:
Dieses Seminar richtet sich an alle, die mit Mobbingbetroffenen zu tun haben und wissen wollen, wie man mit ihnen arbeiten und ihnen helfen kann. Ebenso sind Personen angesprochen, die präventiv dem Phänomen Mobbing, z.B. als Mobbingbeauftragte in Unternehmen, begegnen möchten.
Methoden:
Theorieblöcke, Rollenspiele, Aufstellung und Organigramm
Ziel:
Kennen lernen theoretischer Hintergründe und Einüben spezieller Techniken, die dem Umgang mit Mobbingbetroffenen Rechnung tragen; mit dem Ziel diese in die praktische Arbeit zu integrieren.