192 Fortbildungspunkte (Landespsychotherapeutenkammer)
Bis in die 80er Jahre des letzten Jahrhunderts hinein zielten systemische Therapiekonzepte fast ausschließlich auf Familien (die zudem möglichst vollzählig regelmäßig in Therapiesitzungen erscheinen sollten) ab. Neue Impulse für die Einzeltherapie gingen zunächst vom Milwaukee-Team um Steve deShazer und Insoo Kim Berg aus, die das Konzept Lösungsorientierte Kurzzeittherapie (KZT) auch zur Behandlung schwerer Störungen bzw. zum Umgang mit schwierigen Lebensperspektiven einsetzten. Es folgten Veröffentlichungen des Mailänder Teams. Stellvertretend seien hier Luigi Boscolound Paolo Bertrando ("Systemic Therapy with Individuals", London 1996, dt. Heidelberg 1997) genannt. Während es sich bei der Lösungsorientierten KZT um ein völlig neues, ressourcenorientiertes Konzept handelt, beschäftigen sich die letztgenannten Ansätze mehr mit der Übertragung "klassischer" systemtherapeutischer Ansätze auf den Einzelnen.